Foto: Standortagentur Tirol

Betriebsansiedlung 2016

Treiben mit Betriebsansiedlung und dem Go Tirol Programm die Digitalisierung im Tourismus voran - vlnr: Sven Thönes (Kapthon AG), Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (Tiroler Landesregierung), Eva-Maria Hänel (Speed U Up) und Harald Gohm (Standortagentur Tirol).

Medieninformation: 26 Ansiedlungen mit hohem Wertschöpfungspotenzial

15.03.2017
Standortagentur Tirol veröffentlicht Ergebnisse der Betriebsansiedlung 2016

  • Ein Drittel der Ansiedler unterstützt die Digitalisierung am Standort, Ansiedler Speed U Up betreibt „Digital Pioneering“ im Tourismus
  • F&E-Betriebe und Start-ups bringen hohes Wertschöpfungspotenzial
  • Standortmarketing für Betriebsansiedlung setzt verstärkt auf Incoming-Events und die direkte Ansprache junger Wachstumsunternehmen für bestehende Stärkefelder

 

Unter Betreuung durch die Standortagentur Tirol haben sich im Vorjahr 26 Unternehmen aus dem Ausland bzw. aus österreichischen Bundesländern am Standort Tirol neu niedergelassen, im Jahr davor waren es 23. „Der Wirtschaftsstandort Tirol zeigt Zugkraft wie nie. Die 26 Ansiedlungen sind ein neuer Rekord und haben ein besonders hohes Wertschöpfungspotenzial. Erneut will wieder ein Viertel der Ansiedler in Tirol forschen und entwickeln. Weitere 23 Prozent der Ansiedler sind innovative Start-ups“, erklärt die zuständige Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. „Damit tragen Betriebsansiedlungen maßgeblich zur Erreichung unseres technologiepolitischen Ziels bei, den Anteil der F&E-treibenden Unternehmen am Standort zu erhöhen. Zudem ist Tirol österreichweit Vorreiter, im Rahmen der Gründerland-Strategie auch internationale Start-ups für den Standort zu gewinnen. Beide Zielgruppen zeichnen sich durch neue Technologien, Innovationen, ein stärkeres oder schnelleres Wachstum und hochqualifizierte Arbeitsplätze aus“, so Zoller-Frischauf.

Die meisten Investitionsvorhaben kamen im Jahr 2016 mit acht Ansiedlungen aus Deutschland. Dieses löst den Vorjahres-Spitzenreiter Italien ab. Auf den Plätzen zwei und drei der Herkunftsländer folgen im Berichtsjahr 2016 andere österreichische Bundesländer und Italien. Die angesiedelten Betriebe tätigen Erstinvestitionen in Höhe von 14 Millionen Euro (2015: 23) und wollen in den ersten beiden Geschäftsjahren zunächst 179 Arbeitsplätze (2015: 204) aufbauen. Das entspricht einer durchschnittlichen Zahl an 6,8 Arbeitsplätzen pro Ansiedlung. „Die Summe der verbundenen Erstinvestitionen bzw. Arbeitsplätze liegt trotz des hohen Anteils junger Wachstumsunternehmen mit vorsichtiger Personalplanung und eines hohen Anteils an Spezialisten aus dem IKT-Sektor mit niedrigem Investitionsbedarf auf regelmäßigem Niveau“, erläutert Dr. Harald Gohm, der Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.


Digitalisierung wichtigstes Themenfeld, Tourismus profitiert bereits

Das am stärksten belegte Themenfeld der Ansiedlungen 2016 sind die Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit neun Unternehmen stammen 34 Prozent der Ansiedlungen aus dem Themenfeld Digitalisierung. Standortagentur Tirol-Chef Harald Gohm zu den Motiven: „Spezialisten aus dem IKT-Sektor können in Tirol dank der starken Informatik an unseren Universitäten und Fachhochschulen sowohl auf technologischen Vorsprung als auch auf verfügbare Fachkräfte zählen. Zudem finden die IT-Profis unter den Ansiedlern einen attraktiven Heimmarkt bzw. eine hohe Nachfrage in bestehenden Tiroler Stärkefeldern vor. Denn die Digitalisierung wird im produzierenden Bereich ebenso vorangetrieben wie in dienstleistungsorientierten Sektoren wie dem heimischen Tourismus.“

Beispielhaft für Ansiedlungen im Themenfeld Digitalisierung ist die Speed U Up GmbH mit Standort Innsbruck. Das Unternehmen ist ein Spin-Out der Münchner Kapthon AG und liefert touristischen Anbietern Lösungen, mit denen Angebote trotz der rasanten Entwicklung bei digitalen Technologien verlässlich im World Wide Web sichtbar bleiben und mit Hilfe digitaler Prozesse schon im Vorfeld des Urlaubs lückenlos online gebucht werden können. Als zentrale Herausforderungen sieht man die Vielzahl an zu bewältigenden digitalen Kontaktpunkten im Tourismus und den schnellen Einzug von Bots und digitalen Assistenzsystemen. „Die touristische Zukunft des Alpenraums hängt von einem breiten Einsatz moderner digitaler Technologien ab. Zum Beispiel finden künftig nur strukturierte, semantisch annotierte Daten eine rasche Verbreitung. Die entsprechende Aufbereitung der Daten müssen die Anbieter bereits heute in Angriff nehmen“, berichtet Eva-Maria Hänel aus der Speed U Up-Geschäftsführung und informiert weiter: „Weil Google, Facebook, Amazon & Co zu Vermittlern von Dienstleistungen auf Basis persönlicher Userprofile werden, müssen die eigenen Daten ausnahmslos für die Maschinen dieser Anbieter lesbar sein bzw. annotiert werden. Bei der Vorbereitung kommt aus unserer Sicht den Tourismusverbänden eine zentrale Rolle zu. Kurbeln diese den digitalen Direktvertrieb auf eben diesen neuen Kanälen an, können die verbleibenden Zeitfenster effektiv genutzt und die Wertschöpfung aus Vermittlung verstärkt in der Region gehalten werden.“


Speed U Up: Netzwerke unterstützen Ansiedlung und Wachstum

„Als Pionier für digitalen Tourismus haben wir als Speed U Up ganz bewusst jenen Standort gewählt, der alpiner Tourismuspionier ist. Am Standort Tirol sichern wir dauerhaften Technologievorsprung für unser Angebot durch enge Zusammenarbeit mit dem Semantic Technology Institute an der Universität Innsbruck und bearbeiten den deutschsprachigen Alpenraum von seiner Zentrale aus“, beschreibt Sven Thönes die wichtigste Motivation für die Standortwahl. Thönes ist Mitgründer der Speed U Up und Vorstandsmitglied der Münchener Kapthon AG, dem Hauptgesellschafter der Speed U Up. „Weiteren deutlichen Mehrwert bieten uns für die nunmehrige Phase des ersten Wachstums die Tiroler Innovationsförderung und die Netzwerke der Standortagentur Tirol, allen voran der Cluster IT Tirol, mit dem wir gemeinsam mit weiteren Partnern am Aufbau einer Task-Force für etourism arbeiten“, sagt Thönes. Aktuell beschäftigt die Speed U Up GmbH sieben qualifizierte Fach- und Führungskräfte im IT-Bereich und sieht in drei Jahren ein realistisches Potenzial von bis zu 40 Mitarbeitern. In wenigen Tagen startet bei der Speed U Up ein weiterer, qualifizierter Mitarbeiter unter Förderung im Landesprogramm InnovationsassistentIn.


Incoming-Events statt Auslandsauftritten und individuelle Adressierung junger Wachstumsunternehmen mit Verbindung zu bestehenden Stärkefeldern

Die Abteilung Betriebsansiedlung in der Standortagentur Tirol berät jedes Unternehmen, das sich für den Wirtschaftsstandort Tirol interessiert, kostenfrei in standortrelevanten Fragen. Im Jahr 2016 konnten insgesamt 104 solcher Interessenten betreut werden. Um mehr Interessenten zu gewinnen, präsentiert man den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Tirol regelmäßig vor ausländischen Unternehmen. Mit Investorenseminaren und Dialogterminen lag der Schwerpunkt solcher Auftritte bisher im Ausland. Nun setzt man verstärkt auf Incoming-Events. „Vor Ort in Tirol vermitteln wir Chancen am Standort Tirol nicht nur wirkungsvoller als im Ausland, vor allem aber können interessierte Unternehmen Tiroler Lebensqualität und Lebensgefühl erleben, die für Standortentscheidungen der Zukunft immer wichtiger werden“, berichtet Harald Gohm. „Als besonders vielversprechende Gäste haben wir junge Wachstumsunternehmen mit Verbindung zu bestehenden Stärkefeldern identifiziert. Diese Unternehmen sind standortflexibler als etablierte Unternehmen und finden für ihre neuen Technologien in Tirol auch einen attraktiven Heimmarkt vor“, so Gohm.


Beispielhaft für solche Events steht das Go Tirol Programm, das die Standortagentur Tirol vom 5.-7. April 2017 im Cowo Tirol organisiert. Europäische Start-ups und junge Wachstumsunternehmen (bis zu 3 Jahre Tätigkeit am Markt, bis zu 15 bestehende Mitarbeiter) mit innovativen Anwendungen und Technologien für touristische Anwendungen wurden eingeladen, Tirols als attraktiven Standort für das Wachstum ihrer Unternehmen kennenzulernen. 43 Bewerbungen sind eingegangen, von welchen 10 Start-up Unternehmen für die Teilnahme ausgewählt worden sind. Die Bewerbungen kamen aus insgesamt 11 Ländern, die Teilnehmer nunmehr aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Spanien, den Niederlanden, Polen und österreichischen Bundesländern. Beispielteilnehmer sind die Regiondo GmbH aus München, die Naturtrip GmbH aus Berlin oder Skioo SA aus der Schweiz.


Weitere Beispiele für Ansiedlungen 2016 im Themenfeld Digitalisierung

Serenissima Informatica Austria, Innsbruck: Das im italienischen Padua eingesessene Softwarehaus Serenissima Informatica hat in Tirol eine Niederlassung gegründet, die Technologie und Services für Beherbergungsbetriebe und Gastronomie rund um Kassensysteme, Warenwirtschaftssysteme und CRM-Software bietet.

Cheers House Österreich, Kitzbühel: Ein ursprünglich irisches Unternehmen entwickelt und vertreibt seit 2016 eine Relationship-Management Plattform für die Gastronomie von Kitzbühel aus. Mit der Software des Unternehmens werden für individualisierte Werbung Information zu Kundengewohnheiten, Erwartungen und Konsumgewohnheiten generiert sowie geeignete Brand Ambassadors identifiziert.

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