Innovation

Förderung für fünf Tiroler Unternehmen im Corona Emergency Call

26.05.2020
Im Corona Emergency Call der FFG haben nach Cyprumed, BioTreat und Dr. Gernot Walder GmbH nun auch Kneissl & Senn Technologie sowie Med-El Förderzusagen erhalten. Damit werden über den Call nun insgesamt fünf Tiroler Unternehmen unterstützt, die Therapeutika bzw. Diagnostika und Schutzmaterialien rund um COVID-19 entwickeln.

Die Bundesregierung hat mit dem von der FFG abgewickelten "Corona Emergency Call" 26 Mio. Euro an zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt, um die Forschung im Kampf gegen das Coronavirus zu beschleunigen. Mit zwei Förderentscheidungen vom 22. April 2020 sowie 28. Mai 2020 werden mit diesen Mitteln in ganz Österreich nun insgesamt 45 Projekte unterstützt.

Mit der BioTreat, Cyprumed, Dr. Gernot Waldner, Kneissl & Senn Technologie sowie Med-El haben fünf der geförderten Unternehmen ihren Standort in Tirol und erforschen und entwickeln Therapeutika bzw. Diagnostika sowie Schutzmaterialen rund um COVID-19 in den folgenden Projekten:

BioTreaT GmbH, Innsbruck:

Viruspartikel sind im Einlauf von Kläranlagen, d.h. im unbehandelten Abwasser zu finden. Ein quantitativer Nachweis dieser Virus-RNA kann Hinweise darauf liefern, in welchem Ausmaß die Krankheit im Einzugsgebiet der Kläranlagen grassiert. So kann die Verbreitungsdynamik der Krankheit erfasst werden. Ein derartiges Analysentool kann Gesundheitsbehörden bei der Entwicklung von Handlungsempfehlungen unterstützen. Zum Unternehmen

Cyprumed GmbH, Obsteig:

Entwicklung eines antiviralen Nasen- und Rachensprays basierend auf Hilfsstoffen mit antiviraler Aktivität, die bereits in zugelassenen Medizinprodukten verwendet werden. So kann das Virus im Rachenraum reduziert oder sogar inaktiviert werden. Das verhindert schwere Krankheitsverläufe und reduziert weitere Ansteckungen. Zum Unternehmen

Dr. Gernot Walder GmbH, Außervillgraten:

Antikörper-Test zum Nachweis der Immunität bzw. überstandenen Infektionen: Es soll ein Test entwickelt werden, mit dem einerseits die Immunität einer Testperson festgestellt werden kann und andererseits mögliche Mutationen von SARS-CoV-2 identifiziert werden. So ein Test würde fokussierte Vorgangsweisen bei der derzeitigen Epidemie aber auch bei zukünftigen Erregerzirkulationen erlauben. Zum Unternehmen

Kneissl & Senn Technologie GmbH, Niederndorf:

Entwicklung einer CPA- und FFP-Maske für die kommerzielle Nutzung. Im Fokus des Projekts stehen die Entwicklung sowie die Fertigung einer CPA-Maske in Österreich, um in Krisenzeiten Engpässe in der Versorgung bestmöglich kompensieren zu können. Dabei ist der Aufbau von Knowhow in Bezug auf Materialien, deren Beschaffung und Verarbeitung sowie rund um einen Maschinenpark äußerst wichtig, um in weiterer Folge das Ziel einer Fertigung von FFP-Masken in Österreich anzustreben. Das geplante Projekt möchte durch Untersuchung des Immunsystems nach COVID-19-Infektion eine bessere Prognose und verbesserte Behandlungsmöglichkeiten der betroffenen Patienten erreichen. Neben einer überschießenden Entzündungsreaktion und einer verminderten Kontrolle virusinfizierter Zellen durch das Immunsystem könnte auch eine defekte adaptive Immunität an einem fatalen Ausgang einer COVID-19-Infektion beteiligtsein. Untersuchungen zur Frühdiagnose des Makrophagen-Aktivierungs-Syndrom als hauptsächlicher Ursache für eine schwere COVID-19-Erkrankung sollen durchgeführt werden und es soll gezeigt werden, welche Bedeutung eine Abwehrschwäche mit verminderter zellmediierter Zytotoxizität und/oder verminderter Antikörperbildung für den Ausgang einer COVID-19 Infektion hat. Zum Unternehmen 

Med-El Elektromedizinische Geräte GmbH, Innsbruck:

Offene Atemmaske durch viruzides Aerosol. MED-EL entwickelt eine offene, den Mund- und Nasenbereich nicht abdeckende Atemmaske, um Menschen im Beruf und in der Öffentlichkeit vor Ansteckung zu schützen. Ein Headset mit flexiblem Haltebügel verabreicht im Mund- und Nasenbereich ein viruzides antibakterielles Aerosol. Ein intelligenter Atem-Sensor passt die Dosierung an die Umgebungssituation an. Zum Unternehmen


Die 45 in ganz Österreich geförderten Projekte basieren auf insgesamt 132 Einreichungen zum Corona Emergency Call. Von diesen widmen sich zwei klinischen Studien der Entwicklung von Impfstoffen sowie neun der Entwicklung von Therapeutika. 18 Vorhaben wollen Diagnostika entwickeln und 16 Projekte sind im Bereich der Prävention (Infektionskontrolle, Schutzmaterialien, Desinfektion, Sicherheit) angesiedelt. Insgesamt 14 Projekte können auch dem Bereichder innovativen, industriellen Fertigungstechnologien zugeordnet werden. Die geförderten Projekte verteilen sich wie folgt auf die Bundesländer: Wien (19), Steiermark (7), Tirol (5 wie beschrieben), Oberösterreich (5), Vorarlberg (3), Niederösterreich (2), Salzburg (2), Kärnten (1) und Burgenland (1).


Link zu den Projekten aus ganz Österreich:

Website der FFG

 

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