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Grenzüberschreitend werden im Alpenraum die Möglichkeiten von "Coworkation" ausgelotet.

Arbeit, Urlaub… ich bin dann mal weg.

21.11.2019
Nischenprogramm oder Zukunftstrend: Was kann Coworkation und welche Rolle spielt dabei Tirol?

Dem Winterwetter entfliehen und vom Palmenstrand aus arbeiten: die Idee klingt so exotisch wie manches Reiseziel jener, die sich, meist mit dem Laptop unterm Arm, für eine Zeit lang auf den Weg machen und eine Mischung aus Arbeit und Urlaub wagen. Dabei ist der Trend nicht neu und passiert international. Mit „Coworkation“ hat diese Entwicklung einen eigenen Namen, bekannt geworden ist er, seit vornehmlich Selbständige und Kreative eben vor allem in den Wintermonaten bevorzugt nach Asien reisen.
Und jetzt quer gedacht: Der Alpenraum und Tirol im Besonderen ist ebenso eine international begehrte Urlaubs- und Freizeitdestination. Könnte Tirol den Coworkation-Trend auch nutzen und was würde das bringen?

Palmenstrand und Berghang
Tatsächlich entdecken immer mehr Menschen den Alpenraum als optimalen Standort, um zumindest für eine kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und Arbeit und Auszeit miteinander zu verbinden. Und es sind nicht nur die „jungen Wilden“; die Selbständigen, Kreativen oder EPUs, sondern auch KMUs und international tätige Unternehmen, die z.B. mit Projektteams raus aus der Routine gehen und neue Formen des Innovierens und der Teamarbeit ausprobieren. Was dabei für diese „Coworkationists“ unisono zählt: die passenden Arbeitsbedingungen, moderne Infrastruktur und außergewöhnliche Freizeitangebote. Also zum Beispiel in der Früh auf den Berg hinauf und eine Runde Mountainbiken oder Schifahren, am Nachmittag im Coworking Space an einer neuen Idee arbeiten, und am Abend gut Essen oder ins Kino gehen. Sollte in Tirol ja eigentlich kein Problem sein. Mehr noch profitieren Beherbergungsbetriebe und Gastronomie sowie die Freizeitwirtschaft von den Coworkationists: Know-how kommt in die Region, neue Netzwerke entstehen, Wertschöpfung und Nächtigungen können in Jahreszeiten generiert werden, die aus touristischer Sicht weniger genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund haben sich in Tirol mehrere private und öffentliche Partner, darunter auch die Standortagentur Tirol, dem Thema Coworkation angenommen. Gemündet haben deren Aktivitäten unter anderem in der Gründung des grenzüberschreitenden Vereines Coworkation Alps und in einem Interreg Projekt Österreich-Bayern. Ziel des Vereins ist es, das Thema für den Alpenraum sichtbar zu machen, neue Angebote im Bereich Coworkation zu entwickeln und ländliche Regionen im Programmgebiet zu stärken. Coworking Spaces, Beherbergungsbetriebe und auch Gemeinden und Regionalentwicklungsagenturen sowie TVBs wirken als Mitglieder des Vereins Coworkation Alps bei der Angebotsentwicklung mit. Dabei geht es etwa darum, inspirierende, cokreative und kollaborative Arbeitsumfelder zu schaffen – wer nämlich nicht nur allein vor sich hin tüfteln will, soll die Möglichkeit zum Austausch und zur Kooperation haben. Bestehende Infrastruktur und Angebote sollen sichtbar und buchbar gemacht und neu kombiniert werden. Nicht zuletzt arbeiten die Partner neben der Angebotsentwicklung für Coworkationists an sich selber, etwa durch Coaching- und Projektbegleitungsangebote für Regionen, Firmen und Institutionen. Als Projektpartnerin ist die Standortagentur Tirol hauptverantwortlich beteiligt, mit dabei im grenzüberschreitenden Projekt sind auch Bayrische und Südtiroler PartnerInnen. Nach der Aufbauarbeit und der Angebotsentwicklung steht 2020 die Geschäftsmodellentwicklung bei Coworkation Alps im Mittelpunkt, also die Frage, wie Anbieter von Coworkation langfristig Geld verdienen können.

Auch die Großen beißen an
Coworkation-Locations gibt es in Österreich bereits einige. Ein Beispiel ist der Mesnerhof C in Steinberg am Rofan. Dort geben sich bekannte große Firmen die Klinke in die Hand, um an neuen Ideen zu arbeiten, als Team enger zusammenzuwachsen oder einfach um „am schönsten Ende der Welt“ die Natur gemeinsam zu genießen. In Anras in Osttirol setzt der Kollreiderhof auf Coworkation. Die Anlage aus dem 17. Jahrhundert wurde 2012 generalsaniert, wer Ausgleich zur Arbeit sucht, kann direkt vom Haus zu Wander- und Schitouren aufbrechen. Ebenfalls in Osttirol, nämlich in Matrei, bietet der Kesslerstadel eine ideale Location für Coworkation inmitten des Nationalparks Hohe Tauern. Und in Innsbruck hat der Raum13 sein Coworking-Space-Angebot ebenso um Coworkation-Möglichkeiten erweitert.

Wer sich denkt: das klingt interessant, da will ich mitmachen: Lesen Sie doch mal hier nach, oder besuchen Sie uns in der Standortagentur Tirol in Innsbruck. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

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