Alpenhanf 360°

Lokale Wertschöpfung durch ganzheitliche Nutzung regionaler Rohstoffe

 Bildnachweis: (c) Tiroler Berghanf

Alpenhanf 360°

Das geförderte Projekt ARGE ALP Alpenhanf 360° forciert Innovationen rund um den Anbau und die Verwertung von Hanfpflanzen, deren Fasern und Inhaltsstoffen. Mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus von Produkten werden Wertschöpfungsketten im Sinne der Kreislaufwirtschaft neu gestaltet, um ein nachhaltiges Wachstum für die Region zu fördern. Die Chancen liegen insbesondere in einer zusätzlichen Einnahmequelle für die Landwirtschaft, neuen Geschäftsmodellen für KMU bei gleichzeitiger Verringerung des CO2 Ausstoßes.

Motivation
Nutzhanf ist eine jahrtausendalte Kulturpflanze und bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Sie wächst innerhalb von vier Monaten nach und kommt mit minimalinvasiver Bodenbearbeitung aus. Pestizide und chemische Dünger sind nicht notwendig. Ihr weit verzweigtes Wurzelsystem wirkt sich positiv auf die Böden und deren Fruchtfolge aus.

Die 4 wichtigsten Gründe für den Anbau von Nutzhanf

  • Hanf verbessert die Böden: Das dichte Wurzelwerk, welches Schadstoffe aus dem Boden zieht, lockert diesen auf und hinterlässt den Boden fruchtbarer als zuvor.
  • Hanf ist so robust, dass keine chemischen Dünge- und Spritzmittel nötig sind. Gegen die starken Wurzeln und das schnelle Wachstum ist kein Unkraut gewachsen. Außerdem sind keine Schädlinge bekannt, welche den Ertrag negativ beeinflussen.
  • Hanf reinigt die Luft: Das schnelle Wachstum bindet CO2 und stoßt Terpene aus, welche sich Studien zufolge positiv auf das Klima auswirken.
  • Hanf bietet Nahrung und Lebensraum für vielfältige, teilweise vom Aussterben bedrohte Insektenarten. Die Pollen der Hanffelder ziehen bis zu 16 Bienenarten magnetisch an, Hanfanbau liefert also einen wesentlichen Beitrag gegen das Bienensterben

Vorteile und Verwendung
Die Hanfpflanze kann ganzheitlich genutzt werden. Sie ist ein vollständig verwertbarer Lieferant für Biorohstoffe, welche zu diversen Produkten weiterverarbeitet werden können. Neben Lebensmitteln (Hanföle, Hanfproteine etc) können Hanfschäben als antibakterielle Tiereinstreu verwendet werden. Die Hanffaser kann aber auch bei Composites statt Glas- oder Carbonfasern verwendet werden und bei Textilien Baumwoll- oder Kunstfaser ersetzten. Ziel ist der Aufbau einer Wertschöpfungskette im Alpenraum für alle Produkte, die der Hanf zu bieten hat und unter Berücksichtigung des dualen Erntesystems. Aus den Samen und Blättern können Lebensmittel gewonnen werden (Hanföle, hanfproteinbasiertes Superfood, Tee etc.), die Blüten werden in der Arzneimittelproduktion eingesetzt, aus dem Holzkern des Stängels, den sogenannten Schäben, können Baumaterialien (Ziegel, Putz) hergestellt werden. Die Fasern des Stängels können einerseits als textile Verstärkung statt Glasfasern in Composites (Ski, Skistock) eingesetzt werden und andererseits Anwendung in der textilen Bekleidungsindustrie finden, als Ersatz für Baumwoll- oder Kunstfasern.

Netzwerk
Das Projekt Alpenhanf 360° wird von der ARGE ALP gefördert mit dem Ziel neue, regionale Wertschöpfungsketten aufbauend auf den Rohstoffen von Alpenhanf zu schaffen und die Akteure in den Partnerregionen zu Vernetzen.

Als Mitglied des HempcluB, einem europaweiten Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten wir gemeinsam an der Weiterentwicklung der Hanf Nutzung – von Landwirtschaft bis zu High-Tech Anwendungen. Ziel ist es, gemeinsam mit ProduzentInnen die hanfbasierten landwirtschaftlichen und unternehmerischen Aktivitäten, die entsprechenden Wertschöpfungsketten sowie interregionale Strategien für die Bioökonomie zu stärken, den entsprechenden Technologie- und Wissenstransfer zu internationalisieren, die Zusammenarbeit auf B2B- und auf B2C-Ebene zu erleichtern und neue, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln

Services (in Kooperation mit Landwirtschaftskammer und Agrarmarketing Tirol):

  • Beratung und Begleitung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Anbau und Ernte bis zur Verarbeitung und darüber hinaus.
  • Beratung zu Produkt- und Technologieentwicklungen mit dem Rohstoff Hanf

Einsatzgebiete

  • Blüte (Arznei, Kosmetik)
  • Blätter (Tee, Tierfutter)
  • Samen/Nuss (Speiseöl, Nahrungsergänzungsmittel, Tierfutter,)
  • Holzkern/Schäben (Bauprodukte, tierische Einstreu)
  • Faser (technische Fasern für Composite und Bauprodukte, textile Faser für Bekleidung, Zellulose für Papier und Bekleidung)
  • Wurzel (Kosmetik)
  • Biomasse (Energie, Dünger)

Derzeit arbeiten mehrere Unternehmen aus dem gesamten Alpenraum gemeinsam an Prototypen für Ski, Skistöcke, Hartschalenkomponenten für Rucksäcke, Bauteile für E-Bikes und Lastenfahrräder, Leichtbauelementen für Bergungsgeräte, Hybridfilze mit Schafwolle für Bekleidungsanwendungen und als Geotextilien, sowie Hybridgarnen mit Schafwolle als kreislauffähige, regionale verfügbare Halbzeuge für die Bekleidungsindustrie.

Starmütze

Bei der Starmütze handelt es sich um ein Serienprodukt, das auf Basis des Prototypen Projektes 100 % Tirol Jubiläumsedition Tirol Shop (Manu Delago Mütze) entstanden ist. Ziel des Projektes ist es, die gesamte Wertschöpfung im Alpenbogen zu verorten. Der Hanfanteil der ersten Edition beträgt 40 % und wird mit 60 % Tiroler Schafwolle kombiniert.

Während bei der ersten Edition noch auf Hanf aus der Schweiz zurückgegriffen wird, untersucht das Projekt auch die Möglichkeit, Fasern aus einem innovativen Ernteprozess von Michael Halbfurter in Kombination mit einem neuartigen Röstverfahren von Marco Errani zu verwenden. Die Faser, gewonnen aus dem neuartigen Prozess, ist deutlich feiner – sodaß der Hanfanteil im Produkt in weiterer Folge erhöht werden könnte.

Die Starmütze ist in Kooperation mit Glärnisch Textil (Schweiz), Michael Halbfurter (Tirol), Marco Errani (Lombardei), der Regensburger Schafwollzentrum, der Hugo Jordan Spinnerei (Tirol), Stöhr Knitwear (Bayern) und dem Tirol Shop entstanden.

>>Mehr Infos zum langen Weg der Mütze made in Tirol

Hanf Ski

Gemeinsam mit der Tiroler Firma SPURart und der UIBK Textilchemie (Tirol/Vorarlberg) wurde ein erster Ski Prototyp aus europäischem Hanf. Das Produkt basiert auf der Materialinnovation FUSE HMP. Das erste Hanfhalbezug mit industriellem Potential befindet sich derzeit in der Pilotphase und wurde von der Firma Sachsen-Leinen aus Deutschland entwickelt. Aktuell arbeiten die Firmen gemeinsam daran, die Halbzeuge auch mit Hanf aus dem Alpenraum zu fertigen.

Erste Musterfasern aus Osttirol (Michael Halbfurter/Marco Errani), werden derzeit auf Ihre Einsatzfähigkeit im FUSE Prozess getestet.

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Alpenhanf 360 Grad - Hanf Ski

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Alpenhanf 360 Grad - Hanf Mütze

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Kontakt
DI Valentine Troi

DI Valentine Troi
Alpine Kreislaufwirtschaft

valentine.troi@standort-tirol.at
m 0676 843 101 261
t +43 512 576262 261

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