Foto: (c) Tiroler Berghanf

Alpenhanf 360°

Lokale Wertschöpfung durch ganzheitliche Nutzung regionaler Rohstoffe

Alpenhanf 360°

Das Projekt Alpenhanf 360° forciert Innovationen rund um den Anbau und die Verwertung von Hanfpflanzen, deren Fasern und Inhaltsstoffen. Mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus von Produkten werden Wertschöpfungsketten im Sinne der Kreislaufwirtschaft neu gestaltet, um ein nachhaltiges Wachstum für die Region zu fördern. Die Chancen liegen insbesondere in einer zusätzlichen Einnahmequelle für die Landwirtschaft, neuen Geschäftsmodellen für KMU bei gleichzeitiger Verringerung des CO2 Ausstoßes.

Nutzhanf ist eine jahrtausendalte Kulturpflanze und bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Sie wächst innerhalb von vier Monaten nach und kommt mit minimalinvasiver Bodenbearbeitung aus. Pestizide und chemische Dünger sind nicht notwendig. Ihr weit verzweigtes Wurzelsystem wirkt sich positiv auf die Böden und deren Fruchtfolge aus.

Die Hanfpflanze kann ganzheitlich genutzt werden. Sie ist ein vollständig verwertbarer Lieferant für Biorohstoffe, welche zu diversen Produkten weiterverarbeitet werden können. Neben Lebensmitteln (Hanföle, Hanfproteine etc) können Hanfschäben als antibakterielle Tiereinstreu verwendet werden. Die Hanffaser kann aber auch bei Composites statt Glas- oder Carbonfasern verwendet werden und bei Textilien Baumwoll- oder Kunstfaser ersetzten. Ziel ist der Aufbau einer Wertschöpfungskette im Alpenraum für alle Produkte, die der Hanf zu bieten hat und unter Berücksichtigung des dualen Erntesystems.

Aus den Samen und Blättern können Lebensmittel gewonnen werden (Hanföle, hanfproteinbasiertes Superfood, Tee etc.), die Blüten werden in der Arzneimittelproduktion eingesetzt, aus dem Holzkern des Stängels, den sogenannten Schäben, können Baumaterialien (Ziegel, Putz) hergestellt werden. Die Fasern des Stängels können einerseits als textile Verstärkung statt Glasfasern in Composites (Ski, Skistock) eingesetzt werden und andererseits Anwendung in der textilen Bekleidungsindustrie finden, als Ersatz für Baumwoll- oder Kunstfasern.

Services (in Kooperation mit Landwirtschaftkammer und Agrarmarketing Tirol)

  • Beratung und Begleitung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Anbau und Ernte bis zur Verarbeitung und darüber hinaus.
  • Beratung zu Produkt- und Technologieentwicklungen mit dem Rohstoff Hanf

Nachhaltiges Wachstum für die Region fördern

Die 4 wichtigsten Gründe für den Anbau von Nutzhanf

  • Hanf verbessert die Böden: Das dichte Wurzelwerk, welches Schadstoffe aus dem Boden zieht, lockert diesen auf und hinterlässt den Boden fruchtbarer als zuvor.
     
  • Hanf ist so robust, dass keine chemischen Dünge- und Spritzmittel nötig sind. Gegen die starken Wurzeln und das schnelle Wachstum ist kein Unkraut gewachsen. Außerdem sind keine Schädlinge bekannt, welche den Ertrag negativ beeinflussen.
     
  • Hanf reinigt die Luft: Das schnelle Wachstum bindet CO2 und stoßt Terpene aus, welche sich Studien zufolge positiv auf das Klima auswirken.
     
  • Hanf bietet Nahrung und Lebensraum für vielfältige, teilweise vom Aussterben bedrohte Insektenarten. Die Pollen der Hanffelder ziehen bis zu 16 Bienenarten magnetisch an, Hanfanbau liefert also einen wesentlichen Beitrag gegen das Bienensterben

Nutzhanf ist eine jahrtausendalte Kulturpflanze und bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Lebensmittel (Samen, Blätter)
Hanfsamen, Hanföl, Hanftee etc. Hanf beinhaltet leicht verdauliches, gut verfügbares Eiweiß sowie gesunde Fette, Ballaststoffe und Mineralstoffe (Magnesium, Eisen und Zink).

Industrieprodukte (Blüte, Fasern, Holzkern)

Arznei, Tierfutter (Blüte)

technische Anwendung Composite und Bauprodukte (Faser)

Bauprodukte, tierische Einstreu (Holzstängel)

Tierfutter (Samen)

Bekleidung (Fasern)
Garne, Vliese, Filze
Hanffasern sind schweißhemmend, geruchshemmend, schnelltrockend, abriebfest, feuchtigkeitsregulierend und antibakteriell.

Derzeit arbeiten mehrere Tiroler Unternehmen an Prototypen für Ski, Skistöcke, Hartschalenkomponenten für Rucksäcke, Bauteile für E-Bikes und Lastenfahrräder, Leichtbauelementen für Bergungsgeräte, Hybridfilze mit Schafwolle für Bekleidungsanwendungen und als Geotextilien sowie Hybridgarnen mit Schafwolle als kreislauffähige, regional verfügbare Halbzeuge für die Bekleidungsindustrie.

Innovation

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DI Valentine Troi

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Alpine Kreislaufwirtschaft

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