Bildnachweis: Standortagentur Tirol

Nachhaltigkeit

Freuten sich über den erfolgreichen Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekts INNO.CIRCLE und präsentierten Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen im Rahmen des Circular.Day (v.l.:) Anna Köhl (Klimabündnis Tirol), Giovanni Libardoni (Eurac Research), Kristina Bogner (Klimabündnis Tirol), David Brötzner (Innovation Salzburg), Anett Brandl (Energieagentur Tirol), Ulrich Eberhard Prechsl (IDM Südtirol), Julia Scharting (Standortagentur Tirol), Martin Hauer (Universität Innsbruck), Marina Fusco (Universität Innsbruck), Christian Hoffmann (Eurac Research), Maria Rehbogen (Zukunftsagentur Bau), Valerio Francesco Scartezzini (IDM Südtirol), Werner Balika (Innovation Salzburg) und Simon Pezzutto (Eurac Research)

Unternehmen entwickeln neue Wege zur Kreislaufwirtschaft - grenzüberschreitendes Pilotprojekt zieht Bilanz

31.03.2026
Nach zwei Jahren geht das EU-Projekt INNO.CIRCLE unter Federführung der Standortagentur Tirol zu Ende: 31 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Tirol, Südtirol und Salzburg haben erprobt, wie sich Kreislaufwirtschaft in der Praxis umsetzen lässt. Beim Circular.Day wurden Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorgestellt.

Ziel des vom EU-Förderprogramm Interreg unterstützten Projekts: Unternehmen zu helfen, Produkte und Prozesse so zu gestalten, dass Materialien länger im Umlauf bleiben und Ressourcen geschont werden. Das Projektbudget betrug 857.254,90 Euro, davon stammten 663.075,51 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Koordiniert wurde das Programm von der Standortagentur Tirol in Kooperation mit Energieagentur Tirol, Klimabündnis Tirol, IDM Südtirol, Eurac Research und Innovation Salzburg GmbH. 
 
Coaching, digitale Ansätze und Austausch
Kern von INNO.CIRCLE war ein praxisorientiertes Coaching-Programm für Betriebe, das digitale Tools und Dialogformate kombiniert. Die teilnehmenden Unternehmen durchliefen mehrere Module zu zentralen Themen der Kreislaufwirtschaft. Ergänzend bot INNO.CIRCLE einen kuratierten Know-how-Pool, einen Überblick zu bestehenden Tools sowie Veranstaltungen wie die „Circularity Challenge“, bei der in Kooperation mit der Uni Innsbruck Fragestellungen zur Kreislaufwirtschaft in Unternehmen bearbeitet wurden. 
Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, betont den Mehrwert des Austauschs: „Kreislaufwirtschaft lässt sich nur umsetzen, wenn Unternehmen über Branchengrenzen hinweg kooperieren. INNO.CIRCLE hat gezeigt, dass genau dort Innovation entsteht – im gemeinsamen Nachdenken und Ausprobieren.“
Eine weitere Besonderheit des Programmes war der Blick auf alle Phasen eines Produkts – von der Materialbeschaffung über das Produktdesign bis zur Wiederverwendung. 
 
Bilanz: vom Wissen zum konkreten Handeln
Die teilnehmenden Unternehmen – viele davon aus dem produzierenden Bereich – erhielten im Rahmen von INNO.CIRCLE Impulse zur Analyse des eigenen Wirtschaftens. In Workshops und praxisnahen Coaching-Formaten wurde erarbeitet, wo Rohstoffe, Produkte und Prozesse künftig nachhaltig genutzt werden können. Die Unternehmen wurden mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene verknüpft und dabei unterstützt, passende Fördermöglichkeiten zu identifizieren. Beispiele wie Bierol, eine Tiroler Craft-Brauerei, oder Second Ascent, eine Reparaturwerkstatt für Outdoor-Textilien, zeigen, wie einzelne Betriebe Kreislaufansätze bereits umsetzen.
„Kreislaufwirtschaft ist für Unternehmen nicht nur ein Umweltanliegen, sondern auch eine betriebswirtschaftliche Frage. Wer Ressourcen und Materialien bewusster einsetzt, kann Abhängigkeiten reduzieren, Prozesse robuster aufstellen und langfristig wirtschaftliche Vorteile erzielen“, so Ulrich Prechsl, Bereichsleiter Nachhaltigkeit bei IDM Südtirol. 
 
Handlungsempfehlungen für die Zukunft
Neben den Ergebnissen auf Unternehmensebene zielt INNO.CIRCLE darauf ab, Erkenntnisse in regionale Strukturen zu überführen. Aus dem zweijährigen Programm ging ein Leitfaden für Regionen hervor, der zeigt, wie ähnliche Coachingprogramme umgesetzt werden können. Zudem wurden gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeiter:innen Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung erarbeitet. In den kommenden Jahren sollen die entwickelten Coaching-Formate in den Regionen weitergeführt werden, weitere KMU bei der Integration von Kreislaufprinzipien unterstützt und Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung ausgebaut werden.
 
Zum Abschluss des Projekts fand kürzlich der Circular.Day in Innsbruck statt – eine gemeinsame Veranstaltung von INNO.CIRCLE und dem Interreg-Projekt „Attention“. Im Mittelpunkt standen Praxisbeispiele sowie die Frage, welche Rahmenbedingungen Unternehmen benötigen, um Kreislaufwirtschaft stärker umzusetzen. Das Interreg-Projekt „Attention“ präsentierte zudem Ansätze aus dem Bereich des zirkulären Bauens, die Tirol Kliniken gaben Einblicke in den medizinischen Bereich.
 
Weitere Zitate von Projektpartner:innen: 
Anett Brandl von der Energieagentur Tirol: „Wir haben jetzt konkrete Ansätze, wie das Bauen im Kreislauf unterstützt werden kann. Entscheidend ist nun, dass diese Impulse auch langfristig in politische Strategien und Förderstrukturen einfließen, um unser gemeinsames Ziel TIROL 2050 energieautonom Realität werden zu lassen.“
 
Kristina Bogner vom Klimabündnis Tirol: „Der gesellschaftliche Wandel braucht begleitende Maßnahmen – von Bildung bis Beschaffung. INNO.CIRCLE leistet hier wertvolle Übersetzungsarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.“
 
Christian Hoffmann von Eurac Research: „Veränderung entsteht dort, wo Unternehmen bewusst innehalten und neue Perspektiven zulassen. Genau darin lag die Stärke dieses Projekts.“
 
Werner Balika von Innovation Salzburg: „Es gibt bisher kein vergleichbares Format wie das INNO.CIRCLE-Coachingprogramm. Das Coaching war praxisnah, toolbasiert und regional abgestimmt – ein Modell, das europaweit Beachtung finden kann.“
 

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