23.04.2026
Was tun, wenn Temperaturen steigen, Extremwetterereignisse zunehmen und ganze Regionen unter Druck geraten? Beim MountResilience-Replab-Meeting in Tirol brachten Expertinnen und Experten aus fünf europäischen Ländern ihr Wissen zusammen. Das zweitägige Treffen lieferte praxisnahe Impulse für die Klimawandelanpassung im gesamten Alpenraum.
Steigende Temperaturen, zunehmende Hitzestress in Siedlungen, Extremwetterereignisse und deren Folgen für Tourismus, Wirtschaft und Infrastruktur – die Herausforderungen des Klimawandels sind im Alpenraum längst spürbar. Beim zweitägigen Replab Meeting des EU-Projekts MountResilience kamen Ende April 2026 in Innsbruck Partner:innen, Forschende, Behördenvertreter:innen und Praktiker:innen aus Spanien, Italien, Polen und Kroatien zusammen, um gemeinsam konkrete Antworten zu entwickeln.
Im Zentrum standen praxisnahe und übertragbare Lösungen für die Klimawandelanpassung (Climate Change Adaptation, CCA): naturbasierte Maßnahmen für Gemeinden und den Tourismus, die Verbesserung des thermischen Komforts in alpinen Siedlungen, klimaresilienter Gebäude- und Siedlungsbau sowie Monitoring-, Finanzierungs- und Beratungsansätze für Gemeinden und Unternehmen.
Tirol als Lernlabor
Einen fachlichen Höhepunkt bildete der Keynote-Vortrag von Prof. Hans Stötter, der einen fundierten Überblick über die Klimaentwicklung in Tirol gab und die überdurchschnittliche Erwärmung der Region sowie ihre lokalen Auswirkungen beleuchtete. KLAR!-Managerin Mag. Michael Gasser-Mark gewährte Einblicke in die konkrete Projektarbeit im Stanzertal, wo Klimaanpassungsmaßnahmen bereits in die Praxis umgesetzt werden. Weitere Expert:innen-Beiträge widmeten sich den Themen Raumplanung, klimaresiliente Infrastruktur und Dienstleistungen für Betriebe und Kommunen.
Ergänzt wurde das Programm durch Exkursionen, darunter ein Besuch in Seefeld, bei denen die Teilnehmenden Klimaanpassungsmaßnahmen unmittelbar vor Ort erleben konnten.
Gemeinsam resilienter werden
„Der Klimawandel ist keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Er verändert unsere Bergregionen jetzt und die Auswirkungen sind in Tirol deutlich zu spüren. MountResilience zeigt, dass wir diesen Herausforderungen nur gemeinsam begegnen können: indem wir Wissen bündeln, voneinander lernen und innovative Lösungen in die Praxis bringen. Für die Standortagentur Tirol ist dieses Projekt ein zentraler Baustein, um Gemeinden, Betriebe und Regionen zukunftsfähig zu machen", betont Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.
Replab-Organisator Armando Alvares (innova, Portugal) zog ebenfalls ein klares Fazit: Die Auswirkungen des Klimawandels seien im Alpenraum deutlich sichtbar. Die entscheidende Aufgabe bestehe nun darin, vorhandenes Wissen in konkretes Handeln zu übersetzen und Regionen sowie Gemeinden bei der Umsetzung wirksamer Anpassungsmaßnahmen zu begleiten.
MountResilience stärkt Klimakrisen-Resistenz
Das Replab Meeting diente neben dem Wissenstransfer auch der Weiterentwicklung replizierbarer Lösungen, die in anderen Alpen- und Bergregionen angewendet werden können. Das übergeordnete Ziel: die Stärkung regionaler Resilienz, die Reduktion klimabedingter Risiken und eine bessere Vorbereitung von Gemeinden, Unternehmen und Regionen auf künftige Klimaherausforderungen.
Das Projekt MountResilience wird im Rahmen des EU-Programms Horizon Europe gefördert (Gesamtförderung: rund 15,2 Mio. Euro, Laufzeit 2023–2028). Die Tiroler Projektpartner sind die Standortagentur Tirol, Klimabündnis Tirol, Energieagentur Tirol, die Universität Innsbruck sowie das Land Tirol.
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