23.07.2026
Wie viel Bioökonomie steckt schon in Tirol und wo liegt noch Potenzial? Dieser Frage gingen rund 30 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Verwaltung und Forschung bei einem Workshop bei Tirol Milch in Wörgl nach. Anlass war eine von der Standortagentur Tirol im Rahmen von Bioeconomy Austria beauftragte Studie der Universität Innsbruck, deren erste Ergebnisse dort präsentiert und diskutiert wurden.
Bei Tirol Milch in Wörgl drehte sich Anfang Juli alles um biobasierte Rohstoffe: Rund 30 Teilnehmer:innen aus unterschiedlichen Branchen diskutierten im Rahmen eines Workshops erste Ergebnisse einer Studie zur Bedeutung und den Potenzialen der Bioökonomie in Tirol. Die Studie wurde von der Standortagentur Tirol im Rahmen des Projekts Bioeconomy Austria beauftragt und wird von der Universität Innsbruck in enger Abstimmung mit den Regionalmanagements regio3, Kitzbüheler Alpen und KUUSK, dem Projektpartner proHolz Tirol sowie weiteren regionalen Partnerorganisationen umgesetzt.
Bioökonomie live erlebbar
Mit Tirol Milch hatte der Workshop einen passenden Rahmen: Nebenprodukte aus der Käseproduktion werden am Standort Wörgl bereits vielfältig genutzt, etwa zur Herstellung von Getränken wie Latella oder von Molkenprotein. Die für die Milchverarbeitung notwendige Wärme kommt in Form von Dampf aus einem lokalen Biomasseheizwerk. Derzeit werden zudem neue Verwertungsmöglichkeiten geprüft, etwa aus der Abwasserbehandlung.
Ein besonderes Beispiel für regionale Kooperation ist die industrielle Symbiose mit Sandoz: Milchzucker (Laktose), ein Nebenprodukt der Käseproduktion, wird dort zur Herstellung von Penicillin mithilfe von Pilzen eingesetzt. Angesichts der massiven Preisanstiege bei herkömmlichem Zucker in den vergangenen Jahren macht diese Lösung auch wirtschaftlich Sinn. Regionale Kooperation trifft hier auf regionale Wertschöpfung.
Handlungsfelder gemeinsam priorisiert
Die Teilnehmer:innen erhielten im Workshop einen ersten Einblick in die laufende Studie und brachten ihr Feedback aktiv ein. Besonders wichtige Handlungsfelder für die Bioökonomie in Tirol wurden gemeinsam priorisiert und weiterentwickelt nämlich:
- Holz als Kohlenstoffspeicher, etwa in Form von Baumaterialien
- Energie- und Nährstoffgewinnung aus organischen Abfällen
- Phosphor-Recycling aus Klärschlamm
- Verfügbarkeit und Qualität von Daten zu biogenen Stoffströmen
- künftige Einsatzmöglichkeiten biogener Materialien in produzierenden Unternehmen
Das Feedback aus dem Workshop fließt nun in konkrete Handlungsempfehlungen ein. Die finalen Ergebnisse der Studie werden im Sommer veröffentlicht. Im Herbst arbeitet die Standortagentur Tirol gemeinsam mit den beteiligten Akteur:innen weiter daran, die Ergebnisse in Richtung konkreter Umsetzungsprojekte zu lenken.
Über Bioeconomy Austria
Bioeconomy Austria ist die Drehscheibe der österreichischen Bioökonomie. Die Standortagentur Tirol ist Partnerin in diesem österreichweiten Projekt und leitet das Impulsprojekt zu Modellkreisläufen. Ziel ist es, biogene Kreisläufe in überschaubaren Wirtschaftsräumen aufzubauen, Synergien zwischen Unternehmen aufzuzeigen und replizierbare Pilotkonzepte zu entwickeln. In Tirol ist mit proHolz Tirol ein weiterer Partner im Projekt involviert.
Link
>>Bioeconomy Austria auf der Website der Standortagentur Tirol
>>Bioeconomy Austria
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