Bildnachweis: Standortagentur Tirol

Digitalisierung

Im Interview erläutert Marcus Hofer, GF der Standortagentur Tirol, wie Datenökonomie Innovation antreibt.

Innovation durch Daten

01.07.2026
Globale Krisen, volatile Märkte und unsichere Lieferketten stellen Tirols Unternehmen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen datengetriebene Technologien neue Möglichkeiten für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, erklärt im Interview, wie die Datenökonomie zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird.

Unternehmen stehen aktuell unter großem Druck durch Krisen und unsichere Märkte. Wie kann die Datenökonomie hier helfen?

Marcus Hofer: Wir erleben eine Gleichzeitigkeit von Krisen, wie geopolitische Spannungen, volatile Märkte und instabile Lieferketten. Eine exportorientierte Region wie Tirol ist hier stark exponiert. Genau hier kann die Nutzung von Daten helfen, schnellere sowie fundiertere Entscheidungen zu treffen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Was versteht man unter Datenökonomie konkret?

Marcus Hofer: Datenökonomie bedeutet die Erzeugung, Verarbeitung, Analyse und wirtschaftliche Nutzung von Daten. Daten werden damit zu einem eigenständigen Wirtschaftsgut. Mithilfe aktueller Technologien lassen sich daraus wertvolle Erkenntnisse gewinnen, etwa zur Prozessoptimierung und besseren Kund:innen-Beziehungen. Es lassen sich aber auch ganz neue Geschäftsmodelle ableiten.

Welche Vorteile haben Unternehmen, die Daten strategisch einsetzen?

Marcus Hofer: Sie treffen fundiertere Entscheidungen, erkennen Marktchancen früher und können schneller reagieren. Besonders großes Potenzial entsteht, wenn Daten nicht isoliert genutzt, sondern zwischen Unternehmen geteilt werden. In sogenannten Datenökosystemen entstehen neue Formen der Zusammenarbeit und Innovation.

Gerade das Teilen von Daten ist sensibel. Wie kann das sicher funktionieren?

Marcus Hofer: Entscheidend ist, dass Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Daten behalten. Sie müssen selbst bestimmen können, wer Daten zu welchem Zweck nutzt. Datensouveränität ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor. In sogenannten Data Spaces wird genau das ermöglicht – kontrollierte Zusammenarbeit bei voller Rechte- und Zweckklarheit.

Welche Rolle spielt dabei der datahub.tirol?

Marcus Hofer: Der datahub.tirol ist die zentrale Drehscheibe für eine sichere und verantwortungsvolle Datennutzung in Tirol. Wir vernetzen Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen in einem gemeinsamen Datenökosystem und schaffen Zugang zu Data Spaces. So können Unternehmen ihre Datenschätze gezielt für Innovation nutzen.

Wie unterstützt die Standortagentur Tirol konkret Unternehmen in punkto Digitalisierung?

Marcus Hofer: Unsere Digitalisierungs-Services basieren auf drei Säulen: Vernetzung, Qualifizierung und Umsetzung. Wir bringen Unternehmen und Forschung zusammen, vermitteln Wissen, u.a. zu Datenmanagement, Data Governance und KI, und begleiten konkrete Projekte von der Idee bis zur Anwendung.

Links

>>datahub.tirol
>>digital.tirol

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