Bildnachweis: Standortagentur Tirol

Nachhaltigkeit

Über 20 Best-Practice-Unternehmen aus Tirol zeigen anlässlich der Circular Design Week 2023, was heute schon in Sachen Kreislaufwirtschaft möglich ist.

Erfolgreich nachhaltig: Diese Unternehmen leben die Kreislaufwirtschaft schon heute

05.04.2023
Kreislaufwirtschaft ist der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft. Sie bietet Unternehmen die Chance, ihre Ressourceneffizienz zu verbessern, ihre Umweltbelastung zu reduzieren, Kosten zu senken und sich gleichzeitig als Vorreiter:innen zu positionieren. Im Rahmen der Circular Design Week 2023 zeigen Unternehmen aus Österreich und Deutschland, wie sie bereits heute Kreislaufwirtschaft erfolgreich für sich nutzen.

In Österreich und Tirol gibt es eine wachsende Anzahl von Unternehmen, die sich erfolgreich auf die Umstellung ihrer Geschäftsmodelle hin zur Circular Economy konzentrieren. Sie haben erkannt, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftlich rentabel sein kann. Einige dieser Vorreiter stellen ihre Produkte und Dienstleistungen im Rahmen der Circular Design Week 2023 vor. Als Best Practices zeigen sie anderen, wie der Umstieg in die Circular Economy gelingt.

Vorreiter:innen in der Bau-Branche

Seit 2018 produziert das in Schwaz ansässige Unternehmen ADLER klimaneutral. ADLER green nennt sich die Produktlinie ökologischer, nachhaltiger Lacke für vielfältige Anwendungsbereiche, die eine hervorragende Ökobilanz ebenso aufweist wie eine lange Lebensdauer.

Die Baubranche zeichnet weltweit für ca. 38 % der CO2-Emissionen verantwortlich. Revitalyze entwickelt aktuell einen Standardprozess, welcher die Wiederverwendung von Bauteilen bestehender Gebäude ermöglicht. Gleichzeitig wird ein Marktplatz entwickelt, der Angebot und Nachfrage zusammenbringt. In die gleiche Kerbe schlägt Madaster. Dabei handelt es sich um einen Kataster für Materialien bestehender Objekte mit dem Ziel, die Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienindustrie zu ermöglichen.

Das RIEDERBAU-Holzbausystem ist eine Weiterentwicklung von Hybridbausystemen. Dabei wird insbesondere auf standardisierte Details sowie Wärmeschutz, Energieeffizienz sowie Nachhaltigkeit Wert gelegt. Herkömmliche Dämmpaneele produzieren große Mengen an Sondermüll sowie CO2 bei der Produktion. Mit ihren Akustik-Wärmedämmpaneelen sorgt Architektin Julia Pohl nicht nur für gute Innenraum-Luft. Die auf Hanf und Kalk basierenden Paneele zur Schall- und Wärmedämmung schaffen eine angenehme Raumatmosphäre und sind voll kreislauffähig.

Innovationsgeist ebnet Weg zum Erfolg in der Circular Economy

Die STROFELD-Manufaktur fertigt einzigartige Lautsprecher, die sich durch hohe Qualität, Langlebigkeit und Reparierbarkeit auszeichnen. Und das junge Design-Label SPIELZ aus Weer präsentiert ein 2-teiliges Verbindungselement aus Holz, das ohne Zuhilfenahme von Werkzeug und Klebstoff im Möbel- und Holzbau zum Einsatz kommt.

Bei der Ocean Emblema Collection von 3B-JuliaBigerlDesignStudio dreht sich alles um den 3D-Druck kombiniert mit traditionellen und modernen Fabrikationsmethoden. Verarbeitet werden ausschließlich Recycling-Materialien. Aeoon Technologies entwickelt, produziert, verkauft und serviciert industrielle Digitaldrucker. Die Technologie der Drucker ermöglicht das ressourcenschonende Print-on-Demand-Verfahren.

Die feld:schafft ist eine gemeinwohlorientierte Genossenschaft mit dem Ziel, sich unternehmerisch für eine ressourcenschonende Wirtschaft und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen einzusetzen. Außerdem möchte sie gesellschaftliches Bewusstsein sowie Verhaltensänderungen anstoßen. Foodsharing Innsbruck rettet seit 2014 tonnenweise Lebensmittel vor dem Müll. Aussortierte Frischwaren, Lebensmittel mit beschädigter Verpackung sowie erreichtem Mindesthaltbarkeitsdatum werden u.a. an öffentlich zugängliche Kühlschränke und Sozialeinrichtungen verteilt.

kunst.stoff.ibk hat sich des Themas Recycling von Plastik angenommen. Der in Innsbruck beheimatete Verein präsentiert einen Vorgang, der Abfallplastik sammelt, reinigt und zerkleinert, um daraus mittels Spritzgussverfahren neue Produkte zu fertigen.

Wolle des Tiroler Steinschafs, gezüchtet von Tiroler Schafbauern, ist der Ausgangsstoff für die Hausschuhe der Firma Gottstein. Intelligentes Energiemanagement reduziert die Umweltbelastung bei der Produktion, emittiertes CO2 wird durch klimafreundliche Projekte kompensiert.

Neues aus Gebrauchtem schaffen

Das Upcycling Studio entwickelt Konzepte und Vorgehensweisen, um bereits Bestehendes einer neuen Verwendung zuzuführen. Anstatt auf den Müll kommen Materialien so in neuen Produkten zum Einsatz. Mit dem Outdoor-Handschuh BLEED X ZANIER Eco Active hat ZANIER einen Handschuh produziert, der überwiegend aus Recyclingmaterialien besteht. Seine Einzelteile können nach Gebrauch zudem problemlos dem Recycling-Kreislauf zugeführt werden.

Tanacuna widmet sich dem Möbel-Makeover. Aus Gebrauchtmöbeln werden Neukreationen mit dem gewissen Etwas geschaffen. Die Räumlichkeiten von werkstattcouch laden ein zum gemeinsamen Handwerken, Tüfteln und Ausprobieren. Interessierte werden dabei unterstützt, Neues aus Altem zu machen, wodurch der Prosuming-Mentalität entgegengewirkt wird.

Der Verein WAMS konzentriert seine Tätigkeit auf den Bereich Gebrauchtwaren in den Bereichen Handel, Reparatur und Recycling. Alle Angebote sind nachhaltig in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht. Mit ihrem Projekt #DIE IDEE vermittelt Keepcarenature Kindern spielerisch die Themen Umweltschutz und Sozialbewusstsein. Dies geschieht u.a. durch speziell entwickelte Brettspiele.

ALPENHANF 360° erarbeitet neue, regionale Wertschöpfungsketten aufbauend auf den Rohstoffen des Alpenhanfs. Das von der ARGE ALP geförderte und in der Standortagentur Tirol beheimatete Projekt bringt Akteur:innen aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Boatbag produziert Taschen aus gebrauchten Segeln, die vor dem Müll gerettet werden. Außerdem werden modische Ohrringe aus Natursteinen gefertigt.

Kostenlose Weiterbildung für Unternehmen

Die innovativen Produkte und Dienstleistungen obiger Unternehmen können allesamt anlässlich der Circular Design Week (CDW) 2023 vom 5. bis 17. Mai 203 in der Kulturbackstube Die Bäckerei in Innsbruck besichtigt werden.  Zu sehen sind außerdem die Siegerprojekte des Bundespreises Ecodesign 2023. Die CDW bietet zahlreiche Workshops für Unternehmer:innen zu verschiedensten Themen der Kreislaufwirtschaft, die allesamt kostenlos besucht werden können und aufzeigen, wo der Nutzen der Circular Economy für jedes Unternehmen liegt.

Links

>>Programm Circular Design Week 2023 
>>Bundespreis Ecodesign 
>>So nützt Kreislaufwirtschaft Unternehmen, Gesellschaft und Natur

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